Gutachten
Gutachten zur Folgeeinschätzung der Artabana Deutschland Solidargemeinschaft e. V. Mit gut 2.150 (Vorjahr: knapp 1.800, VVJ: ca. 1.700) Personen am Jahresende 2011 standen im Jahr 2011 Einlagen in Höhe von 1.934 (VJ: 1.656, VVJ: 1.434) TEUR Leistungen von 1.481 (VJ: 1.215, VVJ: 980) TEUR gegenüber. Der Solidarfonds konnte auf insgesamt 2.961 (VJ: 2.552, VVJ: 2.175) TEUR gesteigert werden. Für die Sicherheitslage von AD ausschlaggebend sind ausreichende (jährlich gezahlte) Einlagen und zusätzliche Sicherheitsmittel. Die Einlagen sind im Vergleich mit den im Mittel zu erwartenden Leistungen und den Kosten als ausreichend anzusehen, um diese jährlich abzudecken. Die weiter gestiegene bereits hohe Zahl an Mitgliedern gewährleistet auch bereits einen gewissen Ausgleich von Leistungsschwankungen und mittelgroßen Schäden im Kollektiv. Bei extrem seltenen Großschäden könnten die Leistungen jedoch die Jahreseinlagen insgesamt bei AD übersteigen. Genau hierfür steht aber der Solidarfonds zur Verfügung. Dieser ist mehr als ausreichend, um selbst eine Schadenschwankung durch Großschäden abzudecken, wie sie einmal in 5.000 Jahren auftreten kann. Dieses Sicherheitsniveau ist bereits äußerst vorsichtig. Damit stehen derzeit ausreichend Mittel zur Verfügung, um selbst seltene Großschäden, die über den inzwischen auch schon gut gegebenen Ausgleich im Kollektiv hinausgehen, mit hoher Sicherheit abzudecken. Tatsächlich betragen die Sicherheitsmittel Ende 2011 ca. 250 % der Mittel, wie für die Absicherung von Extremschäden erforderlich – das heißt solcher Schadensummen, wie sie für die Ende 2010 vorhandene Anzahl Personen bei Artabana nur alle 5.000 Jahre zu erwarten sind. Daran ändert sich nichts, wenn das Pflegefallrisiko mit berücksichtigt wird. Artabana ist zudem in der Lage und stellt dies auch 2011 unter Beweis, dass ausreichend neue junge Mitglieder gewonnen werden, um einen stabilen Risikoausgleich im Kollektiv zu gewährleisten und einer Überalterung in absehbarer Zukunft entgegenzuwirken. Auch lassen die sehr günstigen Beiträge eine Erhöhung aufgrund steigenden individuellen und Durchschnittsalters durchaus noch leicht verkraftbar erscheinen. Von daher ist die Notwendigkeit einer Vorsorge gegen Überalterung – etwa im Sinne einer Alterungsrückstellung wegen des Älterwerdens der Mitglieder – derzeit noch nicht als vordringlich festzustellen. Derzeit ist mit einem Durchschnittsalter von ca. 45 Jahren (VJ: 44 Jahre, VVJ: 43 Jahre) trotz gestiegenem Altersdurchschnitt eine Überalterung noch nicht festzustellen und zeichnet sich für die nächsten Jahren auch noch nicht unmittelbar ab, zumal diese Entwicklung wesentlich auf dem Rückgang des Kinderanteils beruht. Bei Erwachsenen ist das Durchschnittsalter mit ca. 50 von 2010 auf 2011 etwa gleichgeblieben (Steigerung ca. 0,2 Jahre). Die künftige Entwicklung wird allerdings stark vom Alter und Umfang der Neumitglieder bestimmt werden, sowie von der natürlichen Alterung und Lebenserwartung der vorhandenen Mitglieder.Bei einer Zunahme des Durchschnittsalters um z. B. ein Jahr – was z. B. bei theoretisch zu geringem oder im Mittel zu altem Neuzugang über einen Zeitraum von einigen Kalenderjahren eintreten würde - käme es verteilt über diese Jahre zu einer zusätzlichen Leistungssteigerung um ca. 2,5 %. Dieser Effekt – verteilt über einige Kalenderjahre - tritt also zu einer allgemeinen Kostensteigerung von vielleicht 3 % bis 4,0 % pro Jahr hinzu. Diese Feststellungen gelten analog ebenso für das Pflegefallrisiko. Für dieses Risiko würde selbst bei äußerst vorsichtiger Annahme von Leistungen auf dem Niveau wie in der Privaten Krankenversicherung gemäß den in der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung definierten Leistungen derzeit ein jährlicher Teilbeitrag in Höhe von 40 EUR pro Mitglied einschl. beitragsfrei mitgetragener Familienangehöriger ausreichen – insgesamt rund 86.000 EUR pro Jahr. Auch hier kann ein möglicher Anstieg des Anteils Älterer auf absehbare Zeit gut verkraftet werden. Über 2012 hinaus ist es jedoch auch möglich, die für Pflege ggf. erforderlichen Mittel aus den mehr als ausreichenden Sicherheitsmitteln aufzubringen, sollten die Beiträge dafür nicht ausreichen. Die Abhängigkeit der Leistungsinanspruchnahme vom erreichten Alter bei Männern und Frauen zeigt bei Artabana auf niedrigerem Niveau eine gut mit Daten der Privaten Krankenversicherung vergleichbare Entwicklung. Derzeit sind aber die älteren Altersgruppen ab ca. 70 bei Artabana sowohl im Vergleich zur PKV wie zur Bevölkerung in Deutschland sehr gering besetzt. Modellrechnungen mit einer vergleichbaren demografischen Entwicklung mit einer dem Rückgang der Bevölkerung in jüngeren Altersgruppen entsprechenden Neuzugangsentwicklung bei Artabana zeigen, dass die höheren Altersgruppen bei Artabana stark zunehmen werden, indem sie sich dem Anteil in der Gesamtbevölkerung sukzessive angleichen. Von 2011 auf 2031 kann dadurch das Durchschnittsalter der Erwachsenen bei Artabana von ca. 50 auf ca. 59 Jahre steigen. Dies wird die Entwicklung der Krankheitskosten zusätzlich mit etwa 40 % belasten, aber insbesondere auch die Pflegeaufwendungen werden sehr stark alleine durch das Älterwerden steigen – zusätzliche allgemeine Kostensteigerungen noch nicht mitgerechnet. Um diese Entwicklung auszugleichen, wäre eine zusätzliche Alterungsvorsorge im Sinne einer kollektiven Alterungsrückstellung sinnvoll, für die etwa 40 % der heutigen Einlagen jährlich zusätzlich reserviert werden müssten, um eine signifikante Wirkung zu zeigen. Eine geringere Vorsorge würde jedoch später über höhere Einlagen auch bei Jüngeren abgefangen werden können – eine solche Erhöhung erscheint durchaus auf dem derzeitigen niedrigen Ausgangsniveau hinnehmbar. Insgesamt ist Artabana gut aufgestellt, um seine Leistungen – auch im Pflegefall .- an die Mitglieder dauerhaft und sicher zu erbringen. Dabei zeigt sich der Vorteil der von Artabana geförderten Eigenverantwortung der Mitglieder und lokalen Gruppen in einer auf gesunde Lebensweise, Information und Therapiefreiheit zurückzuführenden gegenüber einer Privaten Krankenversicherung sehr maßvollen Leistungsinanspruchnahme.
Link: Download des Aktuarsgutachtens in der langen Version als pdf (400 KB).
|


